MADE THE CUT erschienen
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MADE THE CUT erschienen

Unspektakulär und nicht sonderlich bemerkenswert sind diese Hochufer am Meer, die mich an Selbstverletzung denken lassen. Nach jedem Unwetter bricht ein Stück Küste ab. Der Boden stürzt ins Wasser, entblößt Baumwurzeln und spuckt Steine aus. Wenn die Natur mit voller Wucht sich selbst zerstört, entstehen offene Wunden in der Landschaft.

Selbstverletzendes Verhalten bei Menschen hinterlässt Narben, die im Laufe der Zeit verblassen, aber für immer bleiben. Die Zeichen auf der Hautoberfläche erinnern an erlittene Verletzungen der Seele.

Aus Unkenntnis und Ignoranz wird Menschen mit autoaggressivem Verhalten oft Verachtung und Ausgrenzung entgegen gebracht. Narben werden versteckt, um als FreundIn und MitarbeiterIn angenommen zu werden, ohne von vorn herein verurteilt und verstoßen zu werden.

Für Menschen, die bereits »clean« sind oder mit der Selbstverletzung aufhören wollen, ist der Schritt in die Öffentlichkeit ein wichtiger Meilenstein in ein normales Leben. Dieser Schritt ist schmerzhaft und die Folgen ungewiss. Es gebührt Respekt und Dank für ihren Mut, der den Weg für andere Betroffene bereitet.

Die offenen Wunden in der Landschaft schließen sich und neues Leben beginnt. 

Ein Fotobuch in zwei Ausführungen. Die eine ist schlicht, die zweite in einer Auflage von drei Exemplaren für Sammler. Erhältlich nur hier.

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